Diplomarbeit zum Thema "Nachhaltige Entwicklungshilfe und Ernährung"

Die vier Schülerinnen der HLW Oberwart Lisa Peinthor, Nadine Saurer, Katrin Dirnbeck und Denise Dorner  haben "Nachhaltige Entwicklungshilfe und Ernährung" zu ihrem Thema für die Diplomarbeit gewählt. Als Schwester Sara zu Pfingsten 2015 in Österreich war, konnten die Schülerinnen mit ihr sprechen und Informationen aus erster Hand sammeln. Prof. Anni Handler diente dabei als Übersetzerin. Von ihr ist übrigens vor kurzem die Übersetzung des Buches Der Himmel, das sind die anderen von Sr. Emmanuelle im Sonntagsblatt Verlag erschienen.

Die vollständige Diplomarbeit können Sie hier lesen.

Das Buch können Sie hier direkt online bestellen.

 

 

Meadi Tora - Zukunft für die Kinder der Müllsammler

Im Müllsammlerviertel Meadi Tora leben rund 7.000 Menschen, je zur Hälfte koptische Christen und Muslime. Inzwischen wird in Meadi Tora der Müll nicht mehr direkt vor die Haustüre gekippt und sortiert, sondern in einer Müllsammelstelle in der Wüste sortiert. Nach Meadi Tora kommen die Müllwagen mit säuberlich gefaltetem Plastikmüll oder Altpapier, das vor Ort weiterverwertet wird. Das Zentrum besteht aus drei Häusern mit folgenden Einrichtungen: Kinderkrippe, Kindergarten, Freizeitklub, Beschäftigungstherapie für Menschen mit Behinderung, Internat, Näh- und Alphabetisierungskurs für Mädchen und junge Frauen sowie eine Tagesstätte für Seniorinnen und eine Tagesklinik. 

Mit 75 000 € im Jahr wird das Zentrum ausschließlich vom Hilfswerk Sr. Emmanuelle finanziert. Rund 250 Kinder besuchen hier die Schule und den Kindergarten. Einigen von ihnen wird der Schulbesuch von österreichischen Pateneltern ermöglicht.

Viel hat sich bereits getan seit Projektbeginn im Jahr 1971 

Als Sr. Emmanuelle ihre Arbeit mit den Müllmenschen begann, lebten die Familien in Hütten aus Blech ohne Fenster und Türen. In einer Hütte von 4x4 Metern Größe lebten meist 6 - 10 Personen. Geschlafen wurde auf Matten auf dem Boden. Kleinkinder wurden in der Nacht in mehrere Lagen Stoff eingehüllt, damit sie im Schlaf nicht von Ratten angefressen wurden. Es gab keinen elektrischen Strom und Wasser musste oft weit hergetragen oder in der Stadt gekauft werden. Öffentliche Schulen waren für die Kinder oft zu weit entfernt, außerdem wurden die Kinder dringend für die Arbeit gebraucht. Die Mädchen wurden mit rund 12 Jahren verheiratet und besuchten nie eine Schule. 1970-1980 gebaren die Frauen 10-12 Babys. Die Kindersterblichkeit im 1.Lebensjahr betrug damals 50% (40% starben an Tetanus!), jetzt ist sie auf 1% gesunken. Heute haben auch Mädchen die Möglichkeit, die Schule zu besuchen, einen Beruf zu erlernen und selbständig zu werden. Sie können das Gymnasium der Schwestern am Mokattam besuchen und nach der Matura an der öffentlichen Universität studieren. Die Familien haben jetzt im Durchschnitt 3-4 Kinder und ihr Lebensstandard und ihre Gesundheit haben sich verbessert. Die Lebenserwartung der Menschen in den Müllsammlervierteln betrug vor 30 Jahren für Frauen 37 Jahre und für Männer 50 Jahre. Heute liegt die Lebenserwartung durch verbesserte medizinische Versorgung und bessere Wohn- und Lebensbedingungen für Frauen bei 60 Jahren und für Männer bei 67 Jahren.