Das Hilfswerk Sr. Emmanuelle

Sr. Emmanuelle (l.) mit Hannelore Bayer vom Hilfswerk.

Das Hilfswerk Sr. Emmanuelle ist eine 1979 entstandene Freundschaft zwischen der "Mutter der MüllsammlerInnen in Kairo" Sr. Emmanuelle und den Mitgliedern der Pfarre Graz Ragnitz. Anlässlich des Kirchenbaus spendete die damals junge Pfarrgemeinde rund um Pfarrer Johannes Regner einen Brunnen für die "Müllmenschen" in der ägyptischen Hauptstadt. Diese Freundschaft hat sich über die Jahre erweitert und besteht auch noch zwischen den Nachfolgern und Nachfolgerinnen Sr. Emmanuelles und den neuen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in ganz Österreich weiter.

Gründungsgeschichte

Seit dem Palmsonntag 1979 ist die Pfarre Graz-Ragnitz mit Schwester Emmanuelle, der "Mutter der Müllsammler in Kairo" in Freundschaft verbunden. Alles begann dank einer Idee von Pfarrer Johannes Regner, der seiner Pfarre das Teilen näher bringen wollte. Parallel zum geplanten Kirchenneubau in der Ragnitz wollte die Pfarrgemeinde ein kleines, überschaubares Hilfsprojekt in Afrika ins Leben rufen. Mit anfangs acht SelbstbesteuerInnen sollte eine Wasserpumpe im Wert von 48.000 Schilling (ca. 3.500 Euro) finanziert werden – der Anfang einer wunderbaren Freundschaft, die bis heute andauert.

Schwester Emmanuelle kam viele Male nach Graz – in ihren Predigten und bei zahllosen Begegnungen vermittelte sie durch ihr Beispiel, was es heißt, sich konkret für die Armen einzusetzen. Mehrere Male waren auch VertreterInnen des Hilfswerkes zu Gast in den Müllsiedlungen von Kairo: "Wir haben zwölf Tage inmitten von Dreck, Hitze und Gestank gelebt – ohne einen Tropfen Wasser. In dieser Zeit haben unsere Herzen zu brennen begonnen und wir mussten einfach mithelfen, diese schrecklichen Lebensbedingungen zu ändern!"In den Jahrzehnten der sehr intensiven Partnerschaft sind aus der Wasserpumpe inzwischen viele Millionen an Spenden für die Unterstützung der Schützlinge des Hilfswerks in den Slums von Kairo geworden.

Unterstützung für Flüchtlingskinder im Sudan

Seit dem Jahr 1985 unterstützt das Hilfswerk auch die Arbeit von Diakon Kamal Tadros für Flüchtlingskinder im Sudan, bei denen eine unvorstellbare Not herrscht. Ein besonderes Anliegen sind die 55.000 Kinder, die in einfachen Bambus-Schulen Unterricht und Nahrung erhalten. Die HelferInnen müssen vor Ort auch für ärztliche Betreuung und Wasser sorgen.

Durch Gottes reichen Segen und viele kleine Schritte dehnte sich das Hilfswerk unter der Leitung von Hannelore Bayer in Graz bald über ganz Österreich aus – zurzeit sind es rund 4.500 Spender, die bis Herbst 2014 von Frau Bayer persönlich betreut wurden. Seit diesem Jahr arbeitet das Hilfswerk mit Waltraud Liebich als Sprecherin als kleines Team in Graz. Viermal im Jahr erhalten alle SpenderInnen einen aktuellen Rundbrief mit Berichten von Sr. Sara (der Nachfolgerin von Sr. Emmanuelle in Kairo) und den HelferInnen im Sudan und Südsudan. Diese Briefe sind eine gute Brücke: die SpenderInnen erfahren, was mit ihrem Geld geschieht und sehen, dass es wirklich sinnvoll eingesetzt wird. Jede Spende ab 30 Euro wird mit einem persönlichen Dankbrief beantwortet – viel Arbeit, durch die aber eine gute persönliche Beziehung zu den HelferInnen in ganz Österreich entstehen kann, die so merken, dass es sich nicht um irgendeine anonyme Aktion handelt, sondern um Menschen mit einem großen Anliegen und viel Verantwortungsgefühl, die hinter dem Hilfswerk Sr. Emmanuelle stehen.

Kamal Tadros betreute viele Jahre lang Flüchtlingsprojekte im Sudan.

Diakon Kamal Tadros und Hilfswerk-Sprecherin Waltraud Liebich.

Die Caritas als Partnerin

Im Jahr 1992 hat die Caritas der Diözese Graz-Seckau die Rechtsträgerschaft für das Hilfswerk übernommen. Dies war ein notwendiger Schritt, um Schutz und Sicherheit für die sensible Arbeit des Spendensammelns zu gewährleisten.

Der Traum unserer lieben Schwester Emmanuelle "Rette ich ein Kind, rette ich eine ganze Generation!" ist Wirklichkeit geworden. Tausende Kinder konnten durch ihren Einsatz ein neues Leben beginnen. Bei einem unserer Besuche bei den Müllsammlern in Kairo konnten wir 40 Mädchen aus den Slums beglückwünschen, die ihre Matura mit Auszeichnung bestanden hatten! Welche unglaubliche  Freude für uns alle!

Doch die Not geht weiter. Die Lawine des Elends in der Welt darf uns nicht resignieren lassen.

Jeder kann helfen - wenigstens an einem Punkt der Erde.

Machen Sie bitte mit - jeder Euro hilft, Leben zu retten!