Diakon Kamal Tadros

Kamal Tadros wuchs als Sohn einer wohlhabenden koptisch-katholischen Familie mit syrisch-libanesischen Wurzeln gemeinsam mit sechs Geschwistern im Nordsudan auf. Lange Jahre arbeitete er als Spitzenmanager für Shell Sudan. Seine Frau Madeleine, eine Koptin mit aus Kindertagen stammenden festen freundschaftlichen Beziehungen zu Moslems, und Kamal konnten und wollten angesichts der großen Not der Straßenkinder nicht wegschauen. Kamal Tadros und seine Frau versorgten zunächst die bettelnden Kinder jeden Sonntag mit Sandwiches.

Eine Begegnung mit Sr. Emmanuelle veränderte Kamals Leben radikal: Im Mittelpunkt standen nicht mehr Öl und große Geschäfte, sondern Nächstenliebe. Er gab seinen Beruf auf, verkaufte sein Haus und das Auto und stellte seine Herzensbildung, seinen unerschütterlichen Glauben, seinen politischen Spürsinn und sein Verhandlungsgeschick ganz in den Dienst der Ärmsten. Bereichert und motiviert durch die wertvollen Erfahrungen von Sr. Emmanuelle bei den MüllsammlerInnen, begann er, gemeinsam mit ihr verschiedene Projekte für die Flüchtlinge im Sudan aufzubauen. Ihm zur Seite stand ein kompetentes Team von SüdsudanesInnen, ihrerseits ehemalige Vertriebene und Straßenkinder, die Diakon Kamal Tadros mit viel Begeisterung, Geduld und großem Mut unterstützen.

Aufgrund schwerer Herzprobleme konnte Diakon Kamal nicht im Sudan bleiben und musste seine Arbeit dort beenden. Jetzt ist er bei seiner Familie in Australien.