Gründungsgeschichte des Hilfswerks Sr. Emmanuelle

Seit Palmsonntag 1979 ist die Pfarre Graz-Ragnitz mit Schwester Emmanuelle, der "Mutter der Müllsammler in Kairo" in Freundschaft verbunden.

Es war eine großartige Idee von Pfarrer Johannes Regner, der seiner Pfarre das TEILEN näher bringen wollte. Parallel zum geplanten Kirchenneubau in der Ragnitz wollten wir ein kleines, überschaubares Hilfsprojekt in Afrika beginnen. Mit anfangs acht SelbstbesteuerInnen versuchten wir, eine Wasserpumpe im Wert von 48.000,-- öS   zu finanzieren. Dies war der Anfang einer wunderbaren Freundschaft, die bis heute andauert.

Schwester Emmanuelle kam viele Male zu uns nach Graz - in ihren Predigten und bei zahllosen Begegnungen lernten wir durch ihr Beispiel, was es heißt, sich konkret für die Armen einzusetzen. Zweimal waren wir zu Gast in den Müllsiedlungen von Kairo, wir haben 12 Tage inmitten von Dreck, Hitze und Gestank gelebt - ohne einen Tropfen Wasser - in dieser Zeit haben unsere Herzen zu brennen begonnen ...  wir mussten einfach mithelfen, diese schrecklichen Lebensbedingungen zu ändern!

In den 34 Jahren unserer sehr intensiven Partnerschaft sind aus der Wasserpumpe inzwischen viele Millionen Schillinge geworden, die wir zu unseren Schützlingen in die Slums von Kairo schicken konnten.

Seit dem Jahr 1985 unterstützen wir auch die Arbeit von Diakon Kamal Tadros für die Flüchtlingskinder im Sudan, wo eine unvorstellbare Not herrscht. Unser besonderes Anliegen sind die dzt. 55.000 Kinder, die in einfachen Bambus-Schulen Unterricht und Nahrung erhalten. Die HelferInnen dort müssen auch für ärztliche Betreuung und Wasser sorgen.

Durch Gottes reichen Segen und viele kleine Schritte dehnte sich das Hilfswerk unter der Leitung von Hannelore Bayer in Graz bald über ganz Österreich aus - zurzeit sind es ca. 4.500 Spender in ganz Österreich, die bis Herbst 2014 von Frau Bayer persönlich betreut wurden. Seit diesem Jahr arbeitet das Hilfswerk mit Waltraud Liebich als Sprecherin als kleines Team in Graz. Viermal im Jahr schicken wir einen aktuellen Rundbrief an alle SpenderInnen mit Berichten von Sr.Sara (der Nachfolgerin von Sr. Emmanuelle in Kairo) und den HelferInnen im Sudan und Südsudan. Diese Briefe sind eine gute Brücke - die SpenderInnen erfahren, was mit ihrem Geld geschieht und sehen, dass es wirklich sinnvoll eingesetzt wird. Wir beantworten jede Spende ab 30,-- Euro mit einem persönlichen Dankbrief - viel Arbeit, doch entsteht dadurch eine gute persönliche Beziehung zu unseren HelferInnen in ganz Österreich, da sie merken, dass es sich nicht um irgendeine anonyme Aktion handelt, sondern Menschen mit einem großen Anliegen und viel Verantwortungsgefühl  dahinterstehen.

Im Jahr 1992 hat die CARITAS der Diözese Graz-Seckau die Rechtsträgerschaft übernommen. Dies war ein notwendiger Schritt, um Schutz und Sicherheit für die sensible Arbeit des Spendensammelns zu gewährleisten.

Der Traum unserer lieben Schwester Emmanuelle "Rette ich ein Kind, rette ich eine ganze Generation!" ist Wirklichkeit geworden. Tausende Kinder konnten durch ihren Einsatz ein neues Leben beginnen. Bei unserem letzten Besuch bei den Müllsammlern in Kairo konnten wir 40 Mädchen aus den Slums beglückwünschen, die ihre Matura mit Auszeichnung bestanden hatten! Welche unglaubliche  Freude für uns alle!

Doch die Not geht weiter. Die Lawine des Elends in der Welt darf uns nicht resignieren lassen.

Jeder kann helfen - wenigstens an einem Punkt der Erde.

Machen Sie bitte mit - jeder Euro hilft, Leben zu retten!